Geschichte

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Lange Traditionen – 70 Jahre Kegelsport in Fehrbellin oder mehr


 

Bis heute ist es noch nicht ganz klar, wo sich die erste Kegelbahn befunden hat. In der Gaststätte „Deutsches Haus“ (Berliner Straße 1) soll bereits ca. 1865 eine Kegelbahn vorhanden gewesen sein. Die zweite Kegelbahn mit jedoch nur einer Bahn stand hinter der ehemaligen Gaststätte „Prinz von Homburg“ (Berliner Straße 75). Die Kugeln waren damals allerdings doppelt so groß wie heute. Also noch größer als die heutigen Bowlingkugeln. Diese alten Kugeln waren aus Hartholz. Ein Exemplar befindet sich noch heute im Besitz der Sektion. Ebenfalls eine Kegelbahn war in der Gaststätte „Gasthof zur Stadt Berlin“ in der Berliner Straße 38. 


Die vierte Kegelbahn wurde dann in der Gaststätte „Stadt Magdeburg“, der Wirtsleute Soost, in der Berliner Straße 80 gebaut.

Gaststätte "Stadt Magdeburg"

Im Jahre 1929 wurde die damals moderne Kegelhalle an den Tanzsaal angebaut. Die zwei Bahnen lagen ungefähr einen Meter tiefer als der Saal. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Bahnanlage als Getreidespeicher genutzt und nach dem Krieg wieder dem Kegelsport zugeführt. 

 

 

1951 - 1960

 

 

 

Auf der Kegelbahn Soost fand die Gründungsversammlung der Sparte Kegeln der damaligen Betriebssportgemeinschaft „Fortschritt Fehrbellin“ statt.


Zu verdanken haben die Kegler ihr 70-jähriges Bestehen Fehrbellinern wie Ernst Josep, Fritz Niese und Otto Pischel, die unter der Leitung von Walter Kuhfeld am 9. November 1951 die Sektion Kegeln gründeten. 

BSG Fortschritt
Kegler
Kegler
Mannschaft

Am 11. November 1951 wurde auf der Kegelbahn Soost erstmals gekegelt. Damals war schon der Trainingstag ein Mittwoch, die Kegel mussten hier aber noch von Hand aufgestellt werden. 

 

Am 11. November 1953 kam es in der 2. Kreisklasse zum ersten Punktspiel zwischen Fehrbellin und Medizin Neuruppin. Es endete 3289:3261 Holz. Für die siegreichen Fehrbelliner spielten seinerzeit Richard Schöbel (549), Ernst Josep (557), Otto Pischel (555), Alfred Bethke (562), Franz Gelineck (521) und Franz Volkmer (545). Drei Jahre später wurden die Fehrbelliner Männer erstmals Kreismannschaftsmeister. 

 

Am 1. Juni 1955 wurde das Training mit 100 Würfen eingeführt. Ein Bahnrekord aus dieser Zeit besteht noch heute. Karl Sühring aufgestellter 10er Rekord 88 Holz. 

 

Das erste Protokoll eines Frauentrainings stammt vom 17. Oktober 1953. Die ersten Frauen, die an diesem Donnerstag kegelten waren unter anderem Ingeborg Goepfert, Hedwig Becker und Gisela Soost.

10-Wurf-Rekord

 

1961 - 1970

Mannschaft

 

 

Am 4. Juli 1962 wurde dann erstmals das gemeinsame Kegeln der Frauen und Herren eingeführt. Auch in der Jugendarbeit zeigten sich erste Erfolge. So wurde Joachim Böhm 1960 Vizekreismeister. Mitte der 60er Jahre spielten in der Fehrbelliner Jugendmannschaft unter anderem Klaus Köhn, Bernd Graf und Dieter Kränzlin. 

 

In der Herren-Kreisliga kegelten Werner Meyer, Karl Sühring, Walther Mehlitz, Klaus Schmidt, Theodor Buhl, Herbert Schwede, Helmut Kaminski

Kegelbahn
Kegelbahn

 

 

 

Beste Holzsammlerin bei den Frauen wurde Ingeborg Goepfert.

 

Sektionsleiter Walther Kuhfeld gab nach 17 Jahren altersbedingt die Leitung der Sektion am 4. April 1968 an Werner Meyer ab. Und auf der Kegelbahn sollte Ende der 60er Jahre der Fortschritt einziehen. Kegelaufstellvorrichtungen mit selbsttätigen Kugelrücklauf und elektrischer Anzeigevorrichtung und 1a Turnierkegel wurden durch eine Warnemünder Firma eingebaut. Übrigens wurden dadurch die Kegelaufsteller arbeitslos, die im Jahr 1969 noch 670 Mark erhielten.

 

 

 

 

 

1971 - 1980

Im Jahr 1971 hatte die Sektion Kegeln der BSG Fortschritt Fehrbellin 23 Vereinsmitglieder. Mit dem Einbau der automatischen Kegelaufsteller erhöhte sich die Zahl bis zum Ende der 70er Jahre auf 38 Mitglieder. Bereits in der Saison 73/ 74 spielten drei Herren- und eine Damenmannschaft um die Punkte. Eine Jugend- und eine Schülermannschaft waren ebenfalls im Spielbetrieb.        
 

In der Saison 76/ 77 holten die Rhinstädter den Kreismeistertitel und stiegen in die Bezirksklasse auf. Auch die Jugend holte den Titel nach Fehrbellin. 

Autos
Vereinsfoto
Männer

Kreiseinzelmeister wurden René Ruppin (Jugend B), Karin Lange, Norbert Krämer (Jugend A), Ingeborg Goepfert (Frauen B) und Klaus Köhn (Herren). Der größte Erfolg in diesem Jahrzehnt gelang Jugendspieler Norbert Krämer. Im Jahr 1977 wurde er DDR-Meister im Mehrkampf (Kegeln, vier Leichtathletikdisziplinen).  

 

Die Frauen mit Helga Wilde, Ingeborg Goepfert, Brigitte Burmann, Hildegard Kikel, Elfriede Wojack und Renate Nußbaum schnupperten im Jahre 1980 Bezirksklassenluft. Höhepunkt des Jahrzehntes war der Neubau der Kegelhalle auf dem „Plakotex-Gelände“ in Zusammenarbeit mit dem VEB Plakotex, weiteren ortsansässigen Betrieben, der Stadt Fehrbellin und der BSG Fortschritt Fehrbellin. Am 1. April 1980 wurde dazu die Baugrube ausgehoben. ↓↓↓

Plakotex Bau
Plakotex Bau
Plakotex Bau

 

 

1981 - 1990

Am 6. Oktober war es dann soweit. Die Fehrbelliner Kegler weihten ihre neue Sportstätte mit einer Vierbahnanlage inklusive Umkleideräume und Sanitärtrakt ein. ↓↓↓

Einweihung
Einweihung
Einweihung

Durch die neue Anlage wurde der Kegelsport immer beliebter. Bei so manchem Brigadeabend wurde eine „ruhige Kugel“ geschoben. Voranmeldungen von bis zu einem halben Jahr waren die Regel. 

 

Mitte der 80er Jahre waren vier Herren- und zwei Damenmannschaft am Start. Spielten Anfang der 80er Jahre Bernd Graf, Helmut Kaminski, Werner Meyer, Christian Nußbaum, Dieter Wilde und Peter Wolski im ersten Team, standen Ende der 80er Jahre Klaus Köhn, Jürgen Melzer, Christian Nußbaum, Norbert Krämer, Eckhard Fiedler, Rüdiger Maresch und Wolfgang Hegert auf den Spielberichten. Sektionsleiter Werner Meyer gab 1982 - nach 14 Jahren - seinen Vorsitz an Reiner Wojack ab.

 

Die Fehrbelliner Jugend schaffte auch den Sprung in die Bezirksliga. Hier spielten Ralf Friedrich, Michael Nußbaum, Guido Katschke. Ende der 80er Jahre wurde die Nachwuchsarbeit weiter ausgebaut. Zwei Jugend- und zwei Schülermannschaften spielten im Fehrbelliner Trikot erfolgreich auf Kreis- und Landesebene. In den Jugendmannschaften kegelten u.a. Marco Koch, Marcel Bornholm, Jens Köhn, René Scholz, Andreas Schubert, Carsten und Gordon Pieler sowie André Scholz. 

 

Die Wendejahre brachten dann für die Kegler gravierende Veränderungen. Aus Fortschritt Fehrbellin wurde der Sportverein 90 Fehrbellin. 

Herrenmannschaft
Damenmannschaft

 

 

1991 - 2000

Anfang der 90er Jahre brach dann die Jugendarbeit komplett ein. Und auch im Erwachsenenbereich ging die Mitgliederzahl stark zurück. Grund waren die Wendejahre sowie die ungeklärten Eigentumsverhältnisse sowie die Verpachtung der Sportstätte. Am 29. Oktober 1993 wählten dann die 35 Sektionsmitglieder Peter Wolski zum Sektionsleiter. Mit einem starken Vorstand im Rücken wurde bei Null angefangen. Bereits einen Monat später wurde eine Schank- und Speisewirtschaft beim Amt Fehrbellin beantragt um Mittel zu erwirtschaften. Nicht einmal eine Heizungsanlage war durch die Schließung des Betriebes vorhanden. Jahr für Jahr wurde jede erwirtschaftete Mark in das Gebäude investiert. Trotz ungeklärter Eigentumsverhältnisse wurden bis Ende 1998 sämtliche Räume aus eigener Kraft von Grund auf saniert. 90.000 Mark betrug die Investition. 

       

Nachdem die Stadt Fehrbellin Anfang des Jahres 1999 Eigentümerin der Kegelhalle wurde, konnte im Juli ein Erbbaupachtvertrag zwischen dem Verein und der Stadt abgeschlossen werden. Damit wurde der Weg frei, die zwanzig Jahre alte Kegelbahntechnik durch eine moderne zu ersetzen. ↓↓↓↓

Umbau
Umbau
Umbau
Umbau

Dazu musste die Sektion erstmals ein Darlehen aufnehmen. Das Herzstück der 70.000 DM teuren Kegelbahn wurde noch im selben Jahr eingebaut und nach drei Monaten täglicher Arbeit am 28. August eingeweiht. Vom Landessportbund gab es 15.000 DM Fördermittel dazu. 

 

In Zusammenarbeit mit der Stadt konnten die Kegler jetzt auch die Außenanlage und die Außenhaut der Kegelhalle modernisieren. ↓↓

Umbau
Umbau

Weiterhin wurde die Zuwege und Parkplätze neu angelegt und bepflanzt. Hatte das Gebäude laut Gutachten beim Kauf im Jahre 1993 einen Wert von knapp 100.000 Mark so lang der Neuwert im Jahr 2006 bei 700.000 Euro. Die 90er konnten aber nicht nur gut mit dem Handwerkszeug umgehen, auch die Kegelkugel sollte in diesem Jahrzehnt erfolgreich rollen.

Anfang der 90er Jahre spielten drei Herren- und eine Damenmannschaft um die Punkte. Klaus Köhn, Norbert Krämer, Karl-Heinz Dziamski, Hans-Jürgen Melzer, Wolfgang Hegert und Eckhard Fiedler waren für den SV90 Fehrbellin in der Landesliga unterwegs. Die Damen spielten in der Bezirksliga mit dem Stammsechser Helga Wilde, Elfriede Wojack, Ruth Scholz, Renate Nußbaum, Doreen Nußbaum und Martina Rothe. Leider konnten beide Mannschaften dieses Niveau nur ein paar Jahre halten und mussten bis auf die Kreisebene absteigen. 

 

1996 wurden die Herren wieder Kreismeister und der Höhenflug Richtung Bundesliga sollte beginnen. Im Jahr 1999 gelang der ersten Herrenmannschaft mit Kapitän Ulrich Heinzgen der Sprung in die erste Landesklasse. Durch den Heimkehrer Klaus Köhn, der zwischenzeitlich das Trikot des Bundesligisten Motor Hennigsdorf trug, sollte sogar noch mehr zu erreichen sein. Und auch die Mannschaftsleiterin Renate Nußbaum wollte mit der Frauenmannschaft nach fünfmaligem Gewinn des Kreismeistertitels endlich wieder auf Landesebne auf Holzjagd gehen.

Jugendtraining
Jugendtraining

 

 

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Nachdem Anfang der 90er Jahre die Nachwuchsarbeit im Club eingeschlafen war, gab es ab März 94 wieder zweimal wöchentlich ein Training für Schüler.

 

Somit wuchs die Sektion weiter an. Sechs Herren- und drei Damenmannschaften sowie 24 Jugendlichen sorgten dafür das die 74 Mitglieder die zweitgrößte Sektion im Verein wurden. 

Zahlreiche Erfolge konnten gefeiert werden. Eine Vielzahl von Kreismeistertiteln wurden erspielt. Sabrina Heinzgen, Renate Nußbaum, David Krämer und Alexander Wolski gewannen in ihren Altersklassen die Landesmeisterschaft. Regelmäßig spielten 90er in der Landesauswahl beziehungsweise starteten bei den deutschen Meisterschaften. Höhepunkte waren 1999 der Gewinn der deutschen Meisterschaft von Christof Pietrus/ Alexander Wolski (männliche B-Jugend Doppel) in Bremerhaven sowie im nächsten Jahr der 3. Platz im Mix von Sabrina Heinzgen/ Alexander Wolski in Hagen. 

Erste Erfolge
Erste Erfolge
Erste Erfolge
Erste Erfolge
Erste Erfolge
Erste Erfolge

 

 

2001 - 2010