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"Wäre ein Todesstoß": Bohlekegler blicken mit Sorgen in die Zukunft - Sportbuzzer.de

24. 11. 2021

"Wäre ein Todesstoß": Bohlekegler blicken mit Sorgen in die Zukunft - Sportbuzzer.de

 

Marius Böttcher

Märkische Allgemeine Zeitung

 

Die Corona-Pandemie macht auch vor dem Amateursport keinen Halt – nun bangen die Bohlekegler um die Fortsetzung ihrer Saison. Am Freitagabend sah sich die Abteilung des Sportkegler- und Bowlingverbandes Brandenburg (SKVB) wegen der Corona-Situation dazu gezwungen, den Mannschaftsspielbetrieb zu unterbrechen. Bis Jahresende sollen die Kugeln ruhen, die Situation erst dann neu bewertet werden. Der Prignitzer Kreisfachverband folgte einen Tag später und setzt die Kreisliga Herren und Herren A/B/C sowie die Kreisrangliste der Damen ebenfalls vorerst aus. Das gab der Vorsitzende des Prignitzer Kreisverbands Kegeln, Sebastian Rönning, bekannt. Im Kreisfachverband Ostprignitz-Ruppin wolle man noch abwarten, wie Matthias Johl von den Fontanespatzen Neuruppin sagte: „Im Kreis sind so gut wie alle Sportler geimpft oder genesen. Stand jetzt wollen wir durchziehen.“

 

Im vom SKVB veröffentlichten Schreiben heißt es, dass es innerhalb der Mannschaften bei den Landesmannschaftsmeisterschaften 2021/22 zwar einen sehr hohen Anteil von geimpften Sportkameradinnen und Sportkameraden gebe, aber keinen vollständigen Impfanteil. Mannschaften könnten bei einer 2G-Regelung einen Spielbetrieb unter diesen Umständen nicht sicherstellen. Deshalb werde der Spielbetrieb zwischen dem 20. November und 31. Dezember 2021 vorläufig ausgesetzt. Betroffen von dieser Zwangspause sind die Damenteams vom SV 90 Fehrbellin und BBC 91 Neuruppin sowie die Herrenmannschaften aus der Rhin- und Fontanestadt sowie die Kegler von Schwarz-Weiß Kyritz.

 

Während auf märkischer Ebene in 2021 keine Kegel mehr auf die Seite gelegt werden, soll in den Bundesligen der letzte Spieltag in diesem Kalenderjahr noch über die Bühne gebracht werden – und zwar am kommenden Wochenende. „Sofern die jeweiligen Landesregierungen die Ausübung unter 2G- oder 3G-Bedingungen erlaubt, wollen wir den Spieltag durchziehen“, erklärte Erich Moldenhauer, Bundesliga-Spielleiter und Sportdirektor im Deutschen Bohle Kegler Verband (DBKV) auf MAZ-Nachfrage. Für Axel Fischer vom Zweitliga-Vertreter BBC 91 Neuruppin ein Unding: „Wir werden unsere beiden Spiele in Greifswald und Stralsund absagen, haben den Verband bereits darüber informiert.“ Wie hoch die Impfquote beim Sechser aus der Fontanestadt ist und ob man dadurch geschwächt zu den Auswärtsaufgaben reisen müsste, wollte Fischer nicht preisgeben, ihm fehle aber so oder so die Sicherheit, im hohen Norden seinen Sport auszuüben: „Ob geimpft oder nicht – eine Infizierung und dementsprechend eine Ansteckung ist ja trotzdem möglich.“ Für Fischer wäre ein 2G+-Modell die geeignetere Lösung: „Ein negativer Test würde zumindest mehr Sicherheit bieten.“

 

Auch Peter Wolski, Sektionsleiter beim SV 90 Fehrbellin, hat große Befürchtungen und plädiert daher für eine Unterbrechung, ohne dabei das Wort „Abbruch“ in den Mund zu nehmen. Unter den sieben Erstliga-Spielern tummelt sich einer, dessen Einsatz bei einer 2G-Regel nicht möglich wäre. „Ein anderer aus der Truppe ist dauerhaft verletzt, so dass wir dann mit einem Spieler aus der zweiten Mannschaft, wo auch nicht alle geimpft sind, auffüllen müssten. Das grenzt auf Bundesliga-Niveau aber an Wettbewerbsverzerrung“, betont Wolski: „Dann profitieren die Teams, die 2G gewährleisten und mit der besten Truppe am Start sind. Es gäbe in diesem Jahr also einen Impf-Meister im Bohlekegeln – auf Platz eins landet nicht das Team, welches die beste sportliche Leistung erbringt, sondern das mit den meisten Impfungen.“ Grundsätzlich spricht sich das 90er-Urgestein, das geimpft ist, für den schützenden Pieks aus, betont aber mit Nachdruck: „Ich würde keinen dazu zwingen. Es wäre nur schade, wenn unser Sport jetzt darunter leidet, weil ein Sportler nicht geimpft ist.“

 

Erneuten Saisonabbruch verhindern

Erich Moldenhauer bestätigte derweil: „Wenn den Mannschaften Spieler fehlen, müssten sie wie in allen anderen Sportarten aus den Reserveteams auffüllen.“ Einen erneuten Saisonabbruch, dem dann dritten in Serie, will der Bundesliga-Spielleiter unbedingt verhindern: „Ausschließen kann ich nichts, aber um es mal mit meinen Worten zu sagen, wäre ein erneuter Abbruch der Todesstoß für die Kegelbahnbetreiber. Sportstätten müssen am Laufen gehalten werden, ohne stattfindenden Sport sieht es aber düster aus.“

 

Während sich der BBC 91 laut eigener Aussage demnach bereits in der Weihnachtspause befindet, bleibt abzuwarten, ob der SV 90 Fehrbellin in die Hauptstadt Berlin reist. Am Samstag wäre das Sextett aus der Rhinstadt bei Medaillenkandidat Union Oberschöneweide gefordert, Sonntag stünde die Partie bei NKC/Iduna auf dem Programm.

 

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